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Lysescreening in einem Schlaganfallnetzwerk: Internet basierte Datenbank zur Überprüfung von Qualitätsindikatoren

Conference Paper/Poster - Sep 30, 2011

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Citation
Galovic M, Mittas S, Leupold D, Berger C, Siebel P, Kägi G, Weder B (2011). Lysescreening in einem Schlaganfallnetzwerk: Internet basierte Datenbank zur Überprüfung von Qualitätsindikatoren.
Type
Conference Paper/Poster (Deutsch)
Conference Name
84. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (Wiesbaden, Deutschland)
Publication Date
Sep 30, 2011
Brief description/objective

Fragestellung:
Um eine Bedarfsanalyse innerhalb eines Schlaganfallnetzwerks zu erstellen wurde eine prospektive internetbasierte Screening-Datenbank erstellt. Wir präsentieren Charakteristika von Patienten, welche auf einer zentralen Notaufnahme im Jahr 2010 auf einen Schlaganfall gescreent worden sind.
Methoden:
Auf einen ischämischen Hirninfarkt gescreente Patienten wurden prospektiv in einer monozentrischen Schlaganfalldatenbank erfasst und die Daten von 1. Januar 2010 bis 31. Dezember 2010 ausgewertet.
Ergebnisse:
Im Jahr 2010 wurden 648 Patienten (Alter 70 +/- 15) bei Verdacht auf einen Schlaganfall gescreent. Die meisten Zuweisungen erfolgten per Hausarzt (36%) gefolgt vom Rettungsdienst (32%) und Selbstzuweisungen (17%). Mehr als die Hälfte der Zuweisungen (55%) traf innerhalb von 3 Stunden, mehr als ein Viertel (29%) innerhalb von 1,5 Stunden nach Symptombeginn ein. Zuweisungen vom Rettungsdienst hatten im Vergleich zu Hausarztzuweisungen eine signifikant kürzere Latenz (Median 90 vs. 130 min, p<0.01) bei höherem NIH Stroke Scale (NIHSS, Median 5 vs. 2 Punkte, p<0.001). Schlaganfallpatienten mit Wake Up Stroke (WUS, 11%, NIHSS 5 +/- 7.7) und mit bekanntem Symptombeginn (69%, NIHSS 4.8 +/- 6.1) hatten einen niedrigeren NIHSS im Vergleich zu Patienten mit unklarem Symptombeginn ohne WUS (20%, NIHSS 6.8 +/- 7.6, p=0.06). Bei 27% (n=173) der gescreenten Patienten wurden Schlaganfall-Mimics festgestellt (insbesondere epileptische Anfälle 5.4%, intracerebrale Blutungen 3.5%, funktionelle Beschwerden 2.2% sowie Migräne 1.4%). Von 91 lysierten Patienten (23,6% der Schlaganfälle) wurden 3 Mimics lysiert (1 epileptischer Anfall, 1 Migräne, 1 Lithiumintoxikation). Das kurz- und langfristige Outcome bei lysierten Mimics war günstig. Häufigste Ausschlusskriterien für eine Lysetherapie waren ein zu geringes neurologisches Defizit (42%) und spätes Eintreffen auf der Notaufnahme (30%). Der notfallmässige Bildgebungsalgorithmus bestand bei den meisten Lysepatienten aus Nativ-CT und CT-Angiografie (n=81, 92%), ein zusätzliches Perfusions-CT wurde in 40% durchgeführt (n=35). Bei Durchführung eines Perfusions-CT war die Door-to-Needle Zeit im Vergleich zur alleinigen CT-Angiografie signifikant länger (Median 72.5 vs. 60 Minuten, p<0.05).
Schlussfolgerungen:
Schlaganfalldatenbanken sind wichtige Instrumente der Qualitätskontrolle und bieten wertvolle Informationen für eine hochwertige Lysetherapie.